In fast jedem Unternehmen arbeiten neurodivergente Menschen – oft ohne Diagnose, ohne Sprache dafür und ohne passende Rahmenbedingungen. Je nach Definition wird geschätzt, dass mindestens 1 von 7 (teils auch 15–20 %) Menschen neurodivergent ist.
„Neurodivergenz“ ist dabei ein Sammelbegriff u. a. für ADHS, Autismus, Dyslexie, Dyspraxie und Dyskalkulie. Neurodivergenz bedeutet, dass ein Gehirn Informationen anders verarbeitet als das, was gesellschaftlich oft als „neurotypisch“ gilt – zum Beispiel in Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Reizverarbeitung, Lernen oder sozialer Interaktion. Es ist dabei kein wertendes Etikett und nicht automatisch „krankhaft“, sondern beschreibt eine Abweichung der Norm und bedient damit natürliche Vielfalt menschlicher Gehirn- und Denkweisen. Genauso wie wir Mitarbeitende mit verschiedenen, körperlichen und mentalen Voraussetzungen – groß, klein, extrovertiert, introvertiert, kreativ, analytisch usw. – beschäftigen, können diese sich auch in der Art und Weise, wie ihr Gehirn funktioniert natürlicherweise unterscheiden.
Die sozialen Räume, in den wir mit unseren Teams arbeiten, sind allerdings meist an neurotypischen Menschen ausgerichtet. Und genau wie ein besonders großer Mitarbeiter angepasste Arbeitskleidung braucht, benötigt ein Mitarbeitender mit einem „un-typischen“ Gehirn eine angepasste Arbeitsumgebung, um effektiv arbeiten zu können.
• Missverständnisse in Kommunikation und Zusammenarbeit
• Leistungsabfall durch Überlastung, Masking und Reizstress
• Konflikte im Team (z. B. rund um Direktheit, Tempo, Struktur)
• höhere Fluktuation und mehr Fehlzeiten
Die wenig passende Arbeitsumgebung und Führung neurodivergenter Mitarbeitender lässt diese oft leistungsschwach dastehen. Neurodivergente Mitarbeitende wurden daher in der Vergangenheit vielleicht verhältnismäßig oft als „Low-Perfomer“ wahrgenommen oder brachten hohe Leistungen zu einem persönlich sehr hohen Preis. Beides ist für das Unternehmen nachteilig und vor allem unnötig.
Bei LOS betrachten wir Neurodiversität – und damit eben auch Neurodivergenz – als Vielfalt von Gehirn-Typen – mit unterschiedlichen Stärken, Bedürfnissen und Arbeitsstilen. Unternehmen profitieren, wenn sie diese Vielfalt aktiv gestalten: durch passende Rahmenbedingungen, klare Kommunikation und eine Führung, die Unterschiede als Ressource versteht.
Wir zeigen Unternehmen – wissenschaftlich fundiert und mit großer Erfahrung in der Coachingpraxis – wie Neurodivergenzen, die ohnehin im Unternehmen existieren, gewinnbringend für Unternehmen und Mitarbeitende genutzt werden können. Hierzu verfügen wir über eine Vielzahl verschiedener Fortbildungsformate, online, in Präsenz oder hybrid.
Die Zusammenarbeit im Team verbessert sich, indem klare Kommunikations- und Arbeitsregeln etabliert werden.
Reibungsverluste werden verringert, weil Erwartungen sichtbar gemacht und verhandelbar werden.
Die Bindung und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden steigt, wenn sie in einem Umfeld mit passenden Rahmenbedingungen arbeiten.
Es entsteht eine Unternehmenskultur, die Vielfalt wirksam macht, anstatt sie nur als Schlagwort zu „feiern“.